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Weg von der Minutenzählerei – der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff kommt

Schon seit Jahren beherrscht die Diskussion um die Sinnhaftigkeit der bisherigen Bemessung der Pflegebedürftigkeit unsere Branche. Im alten System der Pflegestufen sind die Grundlagen für Pflegebedürftigkeit im Kern Defizite bei der Mobilität, Körperpflege, Ernährung und Ausscheidung. Durch den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff wird nun vieles anders.

Der MDK hat in einem Modellprojekt in etwa 2000 Begutachtungen das neue Begutachtungsassessment getestet. Ein völliger Neustart ist in 2017 also nicht zu erwarten. Offen ist natürlich noch, inwieweit in den ersten Monaten „Kinderkrankheiten“ auftauchen und diese beseitigt werden können. Hier wird es sicherlich Mitte des nächsten Jahres erste Rückmeldungen geben.

Im Gegensatz zu der bisherigen Begutachtungspraxis werden künftig neben den körperlichen Einschränkungen auch geistige und psychische Einschränkungen erfasst. Diese nehmen einen wichtigen Teil bei der Begutachtung und der Einstufung in einen künftigen Pflegegrad ein. Somit werden endlich auch demenzielle Veränderungen hinreichend bei der Feststellung von Pflegebedürftigkeit gewürdigt.

Die einzelnen Module des neuen Begutachtungsassessments zur Bemessung von Pflegebedürftigkeit sind:

  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Für Sie als Leistungserbringer ergeben sich daraus folgende Herausforderungen:

  • Aktiv praktizierter Wissenstransfer
  • Nutzung der Pflegereform als Chance für mehr Professionalität in der Pflege sowie zur Etablierung einer mitarbeiterorientierten Kommunikations- und Pflegekultur
  • Fokussierung auf den Kernprozess der Pflege
  • Aufgabenerweiterung der Führungsebene hin zu einer sozial unterstützenden, motivationsgebenden, informationsvermittelnden und koordinierenden Instanz mit gelebter Vorbildfunktion
  • Beteiligungsorientierte Prozessgestaltung sowie Unterstützung und Begleitung der professionell Pflegenden durch den Veränderungsprozess

 

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