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Verdacht auf organisierten Betrug durch russische Pflegedienste

Die Betrügereien russischer Pflegedienste werfen ein immer schlechteres Licht auf unsere Branche. Denn jetzt steht der Verdacht im Raum, dass etwa 230 eurasisch-russische Pflegedienste systematischen Abrechnungsbetrug begangen haben. Schlimmer noch – die Ermittlungsbehörden vermuten eine Verbindung zur organisierten Kriminalität.

Geldwäsche, Schutzgeld-Erpressung, Drogen- und Menschenhandel. Diese Vergehen bringt man gemeinhin nicht mit der Branche der ambulanten Pflege in Verbindung. Doch ein Verdachtsfall gegen über 200 russische Pflegedienste zeit genau diese Verbindung auf. Dies geht aus einem Abschlussbericht einer Sonderermittlungsgruppe des Bundeskriminalamt (BKA) und dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen hervor.

Der Schaden für die Kostenträger soll laut dem Bericht keine „unerhebliche Summe“ sein. Zudem sollen die Betrügereien so organisiert gewesen sein, dass nicht nur die Pflegedienste allein daran beteiligt waren. Vielmehr sollen sogar Ärzte und die Patienten selber kräftig mitgemischt haben.

Die genannten Betrügereien sollen vor allem in Berlin, Brandenburg, Bayern, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen begangen worden sein. Die zentrale Steuerung der Vergehen soll dem BKA-Bericht zufolge aber zentral aus Berlin erfolgt sein. Das wirkt insofern beängstigend, als dass der Abrechnungsbetrug so gut organisiert sein soll, dass über 200 Pflegedienste sozusagen ferngesteuert werden konnten.

Der Stiftungsvorsitzende der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brych, springt der Branche der ambulanten Pflege bei. Er fordert noch umfassendere Ermittlungen gegen den Abrechnungsbetrug, um die ganzen ehrlichen Pflegedienste zu schützen und vor einem Generalverdacht zu bewahren. Dazu passt auch eine Aussage des MDS-Geschäftsführers Peter Pick: Er attestiert den Pflegediensten jüngst eine positive Qualitätsentwicklung und verwehrte sich gegen einen Generalverdacht aller Pflegedienste hinsichtlich Abrechnungsbetrügereien.

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