Kundenbereich

Sturzrisiko bei Patienten immer wieder prüfen!

Wenn ein pflegebedürftiger Mensch im Rahmen der pflegerischen Versorgung zu Schaden, dann haftet unter bestimmten Voraussetzungen die Pflegekraft. Ein entsprechendes Urteil des Landgerichtes Zwickau hat diese These nun untermauert. Konkret ging es in dem Fall um ein Sturzereignis während der Pflege.

Ein Pflegedienst versorgte jahrelang eine übergewichtige, 85-jährige Seniorin. Bestandteil der vertraglich vereinbarten Pflegeleistungen zwischen der Versicherten und dem Pflegedienst war eine umfassende pflegerische Versorgung sowie eine Mobilisation. Der Transfer der alten Dame wurde immer durch eine Pflegekraft durchgeführt und fiel – wie in Pflegediensten üblich – unter Routinetätigkeiten.

Eines Tages allerdings kam es bei besagtem Transfer zum Sturz der Patientin mit einhergehendem Oberschenkelhalsbruch. Die Krankenversicherung der Seniorin erhob daher Regressansprüche gegen dien Pflegedienst und der Pflegekraft in Höhe von 7.500 € (Transport- und Behandlungskosten).

Beim Gerichtsprozess kam es dann zur Beweislastumkehr: Der Pflegedienst musste nachweisen, dass der Sturz keine Folge eines Fehlverhaltens der Pflegekraft war. Der Unfall selber kam durch den weggerollten Toilettenstuhl zustande. Dieses Risiko hätte bekannt sein müssen und durch den Einsatz einer zweiten Pflegekraft abgesichert werden können.

Das Gericht folgte der Klage der Krankenkasse. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Transfer zum Kernbereich der vertraglich zugesicherten Pflegeleistungen gehört und ein solcher Fehler, der hier zum Schadensfall führte, schlicht und einfach nicht passieren dürfe. Ein vom Gericht eingeholtes Gutachten bestätigte zudem, dass in vorliegendem Falle der Transfer mit zwei Pflegekräften hätte vonstatten gehen müssen, um ein Risiko für die Patientin auszuschließen.

Dies ist unabhängig davon zu sehen, dass der Transfer jahrelang folgenlos durch eine Pflegekraft über die Bühne gegangen ist. Vielmehr muss die Pflegekraft das Risiko immer wieder neu bewerten. Für die Praxis bedeutet die Entscheidung des Landgerichtes gegen den Pflegedienst und der Pflegekraft, dass Sie immer wieder Ihre pflegerischen Risiken neu bewerten müssen, entsprechende Handlungen planen müssen und dies über Ihre Pflegeprozessdokumentation rechtssicher nachweisen können.

Wir machen Menschen für Menschen stark