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Prüfer sollen entbürokratisierte Pflegedokumentation empfehlen

Karl-Josef Laumann setzt sich dafür ein, die Bürokratie in der Pflege einzudämmen. Den Hebel dazu setzt er auch bei den Prüfdiensten an – eine gute Idee! In der Praxis nehmen die Einrichtungen die Empfehlungen der MDK- und Heimaufsichtsprüfer nämlich gerne an.

Der CDU-Politiker geht davon aus, dass die Prüfer der gesetzlichen und privaten Krankenkassen eine gewichtige Rolle bei der Einführung der entbürokratisierten Pflegedokumentation einnehmen. Seiner Meinung nach sollten die Prüfer in den Einrichtungen und Pflegediensten den Umstieg auf diese vereinfachte Dokumentation empfehlen.

Seine Bitte formulierte er genau an der richtigen Stelle: Auf dem 3. Jahrestreffen des Prüfdienstes der privaten Krankenversicherer untermauerte er seine Auffassung mit den Worten: „Es ist wichtig, dass die Prüfdienste deutlich machen: Wir können gut mit der anderen Dokumentation umgehen“. Laumann hofft darauf, dass bis Ende des nächsten Jahres gut 30% der Pflegeeinrichtungen umsteigen. Dadurch solle die „Macht des Faktischen entstehen“, so der Pflegebeauftragte weiter.

Interessant ist das Umdenken, was bei Laumann seit seinem Amtsantritt eingesetzt hat. Zu Beginn seiner Aufgabe als Pflegebeauftragter der Bundesregierung machte er als Knackpunkt die Finanzierung der Pflege aus. Nun, über ein Jahr später, glaubt der Politiker, dass es vielmehr die Aufgabe sei, jedes Jahr mehr Menschen zu finden, die gerne Pflegebedürftige unterstützen möchten. Man kann das so auslegen, dass Laumann mehr darauf setzt, die intrinsische Motivation für das Ergreifen bzw. das Verweilen im Pflegeberuf zu wecken.

Dazu passt sein Einsatz für die entbürokratisierte Pflegedokumentation: Die aktuell vorhandene Pflegeplanungsbürokratie mit ihrer Absicherungslogik überfordert grade Berufswiedereinsteiger. Das Erleben ist: Diese Zeit geht von den pflegebedürftigen Menschen ab.

Laumann differenziert zudem sehr klar zwischen dem Unsinn der überbordenden Dokumentation einerseits und dem Nutzen von Prüfungen in den Einrichtungen. Er kritisiert, dass die Art und Weise der geforderten Dokumentation eine Kultur des Misstrauens ist. Dennoch müsse der Staat weiterhin dort genau hinschauen, wo Menschen in Abhängigkeit von anderen Menschen leben.

Diese gewohnt klaren Worte von Karl-Josef Laumann werden helfen, den Entbürokratisierungsprozess der Dokumentation voranzutreiben.

Weiterführende Literatur zum Thema finden Sie unter folgendem Link:

> Entbürokratisierte Pflegedokumentation

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