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Pflegereform und kein Ende

Nachdem zum 1. Januar die erste Stufe der Pflegereform in Gestalt des Pflege-Stärkungsgesetzes gezündet hat, bleiben dennoch elementare Fragen offen. Wann und vor allem in welcher Ausgestaltung kommt der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff? Die gesamte Pflegebranche hofft so auf das Jahr 2017.

Die Debatte um einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff hat uns schon durch die letzten Legislaturperioden begleitet. Ob Ulla Schmidt oder Daniel Bahr – wer auch immer gerade Bundesgesundheitsminister war, wollte den „großen Wurf“ in der Pflege. Das Umkreisen des Begriffes der Pflegebedürftigkeit hat natürlich einen finanziellen Hintergrund.

Bislang zielt der heute gültige Pflegebedürftigkeitsbegriff auf körperliche Einschränkungen ab. Um auch kognitive und psychiatrische Einschränkungen, die zur Hilfebedürftigkeit in der Lebensführung und Teilhabe führen, hat der Gesetzgeber schrittweise die §§ 45a,b; 123 (ambulant) und 87b (stationär) eingeführt. Hier sind Anspruchsgrundlagen und zum Teil konkrete Leistungen für die Kompensation demenziell bzw. psychiatrisch bedingter Defizite geschaffen worden.

Das ändert aber nichts daran, dass vor allem demenziell und psychiatrisch beeinträchtigte Menschen überhaupt keine Chance haben, in den heutigen Pflegebedürftigkeitsbegriff einsortiert zu werden – und somit Zugriff auf die Leistungen der Pflegeversicherung zu bekommen. Das soll sich jetzt bis 2017 endlich ändern:

Dann soll der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff definiert sein und kann eingeführt werden. Zur Zeit liegt der Vorschlag auf dem Tisch, aus den bislang drei Pflegestufen fünf Stufen zu machen. Leitgedanke, um Pflegebedürftigkeit zu bemessen, soll dann der Grad der Selbständigkeit des Betroffenen sein. Das neue Begutachtungsverfahren wird bereits in Modellprojekten erprobt. In Kürze sollen hierzu bereits Ergebnisse vorliegen. In diesen Projekten soll ermittelt werden, wie das Leistungsspektrum für Pflegebedürftige aussieht, wenn das neue Begutachtungsinstrument (NBA) genutzt wird. Hiervon verspricht man sich Erkenntnisse für die Einteilung der fünf neuen Pflegegrade.

Die gesamte Branche hofft auf den dann großen Wurf zur Pflegereform in 2017. Vielleicht geht dann de aktuell amtierende Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU)  als „Pflegeminister“ in die Geschichte ein…

Weiterführende Informationen zum Thema finden Sie hier:

> Entbürokratisierte Pflegedokumentation
> HP914 PDL Kämmer
> HP1014 PDL Kämmer

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