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Pflegenoten haben kaum Aussagekraft

Die Methode der „balanced scorecard“ findet nur langsam den Weg in unsere Branche. Im Zusammenhang mit der Darstellung von messbarer Pflegequalität fordert das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) nun die Entwicklung einer so genannten „Basis-Scorecard“. Diese Kennzahlenübersicht soll wesentlich verbraucherfreundlich sein als die umstrittenen Pflegenoten.

Seit nunmehr sechs Jahren sollen die so genannten „Pflege-Noten“ den Verbrauchern eine bessere Übersicht geben, in welchen Heimen und ambulanten Pflegediensten eine gute Versorgungsqualität geleistet wird. Allerdings zeigen Umfragen unter branchenfremden Verbrauchern, dass der Pflege-TÜV die erhoffte Transparenz nicht liefert.

Mittlerweile sind die Schwächen des Systems auch bis in die Politik vorgedrungen. Pflege und Politik sind sich mittlerweile einig, dass die Pflegenoten gescheitert sind. Im Hintergrund wird bereits an alternativen Systemen gearbeitet, um die Versorgungsqualität in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen für alle Beteiligten und Interessenten klar und verständlich dargestellt wird.

Das Zentrum für Qualität in der Pflege schlägt hierfür die „Basis-Scorecard“ vor. Diese soll die wichtigsten verbraucherrelevanten Kriterien des Leistungsangebots von Pflegeeinrichtungen und Diensten mit Vergleichswerten abbilden. Aus Sicht des ZQP sagen die Pflegenoten kaum etwas aus – aus diesem Grunde gehören sie abgeschafft. Durch die Pflegenoten kommt es vielmehr zu einer systematischen Fehlinformation der Verbraucher.

 

Das Institut ist weiter der Auffassung, dass die ambulante Pflege viel mehr in das Zentrum der Diskussionen um die Messbarkeit der Versorgungsqualität rücken müsse. Denn bislang drehen sich die Debatten immer nur um die stationäre Pflege. Dabei wird vergessen, dass mehr als 25% der 2,6 Millionen Pflegebedürftigen in der eigenen Häuslichkeit versorgt werden. Der Unterschied zwischen der stationären Versorgungsform einerseits und der ambulanten Versorgungsform andererseits muss bei der Bewertung von Pflegequalität deutlicher herausgearbeitet werden.

Das ZQP wünscht sich die Einrichtung eines nationalen Pflege-Konzils. Der Gesetzgeber sollte in dieses Gremium Experten aus Praxis und Wissenschaft berufen. Diese Experten könnten dann die inhaltliche Ausarbeitung übernehmen. Verbrauchervertreter sollten zudem in den Prozess einbezogen werden. Die Basis-Scorecard soll nach dem Willen des Institutes für jedermann im Internet einsehbar sein.

 

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