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Pflegekräfte im Beruf halten

Statistisch gesehen verbleiben Pflegekräfte – vor allem in der Altenpflege – nur wenige Jahre in ihrem Beruf. Die berufliche Laufbahn wird dann in anderen Branchen fortgesetzt. Dies verschärft den Fachkräftemangel weiter und verlangt nach Lösungen. Jetzt gibt es ein vom Bund finanziertes Projekt, welches für die Zukunft ein Teil der Lösung sein kann.

In dem Projekt geht es um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Pflegekräften. Für Krankenhäuser sowie stationäre und ambulante Altenpflegeeinrichtungen sollen Handlungsempfehlungen entwickelt werden. Bis Oktober 2017 werden hierzu zwölf Mitarbeiter beschäftigt. Das Projekt wird mit 1,3 Millionen € aus dem Bundesforschungsministerium gefördert.

Begleitet wird die Projektarbeit durch einen Beirat. Dieser setzt sich aus Vertretern der Arbeitgeber, der Berufsverbände, der Gewerkschaften, der Fachaufsichtsbehörden, der Krankenkassen sowie der Landespolitik zusammen.

Die Frustration von Pflegekräften über ihren Arbeitsalltag ist greifbar. Häufig kommt es zu Krankmeldungen, inneren Kündigungen und Burn-Out-Phänomen. Das führt am Ende dazu, dass diese Mitarbeiter aus dem Beruf aussteigen. Mittlerweile arbeitet nur noch die Hälfte der Pflegekräfte bis zum Erreichen des Rentenalters in ihrem Beruf.

Vor allem der zunehmende ökonomische Druck konterkariert den ethischen Anspruch von Pflegekräften an ihre Arbeit. Hinzu kommt die nicht enden wollende Arbeitsverdichtung sowie die Tatsche, sich oft im pflegerischen Alltag mit Vorgaben „von oben“ allein gelassen zu fühlen. Gerade bei den weichen Faktoren – dem Erleben des eigenen Arbeitsumfeldes – soll das Projekt ansetzen:

  • Vorgesetzte sollen befähigt werden, den Mitarbeitern Gestaltungsspielräume zu schaffen
  • Das Zusammenspiel zwischen Organisation, Leitung und Mitarbeitern soll verbessert werden
  • Pflegekräfte sollen eigenständig Aufgaben nach Wichtigkeit ordnen können
  • Pflegekräfte sollen Aufgaben so ordnen und auswählen können, dass ihrem Berufsethos wieder mehr gerecht wird

 

Zunächst sollen im Projekt Analyseinstrumente entwickelt werden. Mit Hilfe dieser Instrumente sollen dann Probleme aufgedeckt werden, die im Anschluss mit Maßnahmen hinterlegt werden. Diese Maßnahmen sollen Einrichtungen und Personen gleichermaßen unterstützen, bestehende und erkannte Probleme zu lösen. An dem so genannten Projekt „AKiP“ (Arbeitsprozessintegrierte Kompetenzaktivierung und –entwicklung in der Pflege) arbeiten neben Pflegewissenschaftlern auch Praktiker aus einer hessischen Klinik sowie eines Altenheimes.

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