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Es geht mit dem Pflegestärkungsgesetz II los

Lange wurde debattiert und informiert – und jetzt ist der Startschuss erfolgt. Das Pflegestärkungsgesetz II ist am 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Die für unseren Bereich wirklich einschneidenden Neuerungen treten aber erst 2017 in Kraft. Die beiden wichtigsten und umwälzendsten Neuerungen sind zum einen der Wechsel von Pflegestufen in Pflegegrade und zum anderen das neue Begutachtungsassessment (NBA) zur Einstufung von Pflegebedürftigkeit.  

2016 gilt es für Sie vor allem, das Pflegestufenmanagement zu forcieren. Denn schon in 11 Monaten werden die  drei Pflegestufen durch die fünf Pflegegrade abgelöst. Vor allem im ambulanten Bereich kommt es damit zum Teil zu erheblichen Sprüngen beim Umsatzpotenzial. Aber auch im stationären Bereich sollten Sie das Pflegestufenmanagement zur Chefsache machen.

Für beide Bereiche – ambulant und stationär – ändert sich Folgendes:

Ambulant

Wenn Patienten eine Pflegestufe 0, 1 oder 2 mit anerkannter eingeschränkter Alltagskompetenz haben, springen diese gleich um jeweils 2 Pflegegrade höher. Aus Pflegestufe 0 wird Pflegegrad 2, aus 1 wird 3 und aus 2 wird 4. Das führt zu zum Teil erheblich höheren Umsatzpotenzialen. So beträgt der Mehranspruch zwischen der heutigen Pflegestufe 1 mit eingeschränkter Alltagskompetenz zum späteren Pflegegrad 3 satte 609 € im Monat. Ambulante Dienste sollten also schauen, möglichst viele Patienten in die eingeschränkte Alltagskompetenz zu bekommen.

Stationär

Wer heute einen Höherstufungsantrag stellt, um von der Pflegestufe 2 in die Pflegestufe 3 zu kommen, hat es nach dem noch gültigen alten System leichter als ab 2017. Denn dann greift Folgendes: Wer heute in Pflegestufe 3 ist, bekommt ab 2017 den Pflegegrad 4 anerkannt. Der Haken: Wer nach dem alten System der „Minutenzählerei“ noch von der Pflegestufe 2 die Pflegestufe 3 erreicht, wird ab 2017 den Pflegegrad 4 nicht mehr erreichen. Der Grund: Um ab 2017 den Pflegegrad 4 zu erreichen, müssen nach dem neuen Begutachtungsassessment mindestens 70 Punkte erreicht werden. Wer heute aber rein körperliche Einschränkugen hat, die momentan zur Pflegestufe 3 reichen, wird ab 2017 die 70 Punkte für den Pflegegrad 4 nicht mehr erreichen. Deshalb gilt es stationär, möglichst viele Höherstufungen in Pflegestufe 3 zu erreichen.

Grund dafür ist das neue Begutachtungsverfahren. Dieses tritt ebenfalls 2017 in Kraft. Zur Begutachtung der Pflegebedürftigkeit wird das neue Begutachtungsassessment (NBA) genutzt. Mit Hilfe des Begutachtungsassessments werden dann körperliche, geistige und psychische Erkrankungen gleichermaßnen erhoben. Dies ist der gravierende Unterschied zum bisherigen System, bei dem in erster Linie körperliche Faktoren eine Rolle spielen.

 

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