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Breite Unzufriedenheit mit dem geplanten Pflegeberufegesetz

Jüngst stellten Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) und Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) einen Gesetzesentwurf zur generalisierten Pflegeausbildung vor. Nun gab es eine Anhörung, auf der die Verbände zu Wort kamen. Dabei hagelte es Kritik für den geplanten Gesetzesentwurf.

Die Kritik war zum Teil deutlich. Viele Akteure empfinden das Vorhaben, die bisherigen Ausbildungsberufe der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpfleger zusammen zu legen als zu radikal. Sehr klar äußerte sich der Präsident des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste (bpa), Bernd Meurer: „Breite statt Tiefe ist die Devise“ reimte der Verbandsfunktionär launig.

Meurer malte zudem ein düsteres Bild für die Zukunft. Wenn die generalistische Pflegeausbildung kommt, fehlt die Grundlage für das Berufsfeld. Das führt im Einzelfall zu höheren Kosten in den Pflegeeinrichtungen. Diese müssten dann durch höhere Pflegesätze wieder refinanziert werden. Der bpa-Präsident ist eher dafür, die bestehenden Berufsabschlüsse weiter zu entwickeln.

Auch die Ärztekammer schaltete sich in die Diskussion mi ein. Deren Präsident Prof. Frank Ulrich Montgomery bemängelte das Tempo, mit dem plötzlich die generalistische Pflegeausbildung durchgesetzt werden soll. Dr. Claudia Brase, Geschäftsführerin der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft, schloss sich dieser Kritik an.

Erneuert wurde auch die Kritik, dass die Reform noch unausgegoren ist. Schließlich fehlt es immer nach an Aussagen über Inhalte sowie einer Ausbildungs- und Prüfungsordnung des neuen Ausbildungsganges. Zudem treibt Dr. Brase die Angst um, dass durch die generalisierte Pflegeausbildung das Interesse an einer Ausbildung im Krankenhaus abnehmen wird und mögliche Absolventen für die Tätigkeit in einer Klinik schlechter als heute qualifiziert sein werden.

Damit teilt sie interessanter Weise die Sorge, die auch im Bereich der Kinderkrankenpflege und vor allem in der Altenpflege umgeht. Einzig der Verband der Ersatzkassen (vdek) äußerte sich positiv zum Gesetzesvorhaben. Die vdek-Vorsitzende sieht eine Chance, die Attraktivität des Pflegeberufes zu erhöhen und den Verbleib im Beruf zu fördern.

Wie auch immer das Gesetz später ausgestaltet sein wird, werden sich alle Beteiligten über eine Tatsache einig sein: Die flächendeckende Abschaffung des Schulgeldes für eine Pflegeausbildung ist genau der richtige Weg.

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