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Die AOK fordert härtere Maßnahmen gegen den Abrechnungsbetrug

In 18 Monaten hat die AOK  Nordost insgesamt 102 Anzeigen wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug erstattet. Die Kasse ist allerdings der Auffassung, dass es sich nur um einen Bruchteil der möglichen Verdachtsfälle handelt. 

Aus diesem Grunde will die größte Krankenkasse in Brandenburg, dass der Kampf gegen den Abrechnungsbetrug in der ambulanten Pflege verschärft wird. Konkret legt die AOK diese Vorschläge auf den Tisch:

  • eine Aufstockung der Staatsanwaltschaften
  • die Schaffung bundeseinheitlicher Register für ambulante Pflegedienste
  • direkteren Zugriff auf Pflegedienst-Interna

Vor allem der letzte Punkt birgt bei genauerem Hinsehen Zündstoff: Denn die AOK Nordost wünscht sich ein Ortungssystem für Pflegedienst-Mitarbeiter. Dieses Ortungssystem soll Auskunft über den jeweiligen Aufenthaltsort der Pflegekräfte liefern. Denn die AOK unterstellt den Pflegediensten unterschwellig, bei den Fahrtkostenpauschalen so genannte „Luftbuchungen“ vorzunehmen – also Fahrten abzurechnen, die nie geleistet wurden.

Der Chefjurist der AOK Nordost, Peter Wewer, macht sich für Gesetzesverschärfungen stark. So sollen die Kassen „mehr Einblick und Überprüfungsmöglichkeiten“ bei den ambulanten Pflegediensten erhalten. Der hochrangige AOK-Mitarbeiter beklagt in diesem Zusammenhang ein löchriges und schwerfälliges Abrechnungssystem.

Nach eigenen Angaben beklagt die AOK Nordost einen Betrugsschaden von etwa drei Millionen Euro in einem Zeitraum von zwei Jahren. Diese Summe konnte wieder eingeholt werden. Allerdings fürchtet die Kasse, dass der tatsächliche Schaden durch Abrechnungsbetrug wesentlich höher ist.